Strompreisentwicklung

Die Notwendigkeit der Energieberatung macht sich an der Energiepreisentwicklung deutlich. Hier am Beispiel der Elektroenergie will ich das deutlich machen.
Nun bedeutet „Weitsicht“ nicht weit sehen sondern weit denken! Ziehen Sie Ihre eigenen Schlüsse und Entscheidungen, sie werden Ihr weiteres Leben beinflussen.

Die Strompreise in Europa werden vom Statistischen Amt der Europäischen Union, auf der Grundlage von eigenen Erhebungen und Angaben der nationalen statistischen Ämter der Mitgliedstaaten ermittelt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Für  Privathaushalte in Deutschland gibt Eurostat den durchschnittlichen Strompreis mit 25,4 ct/kWh (inkl. MWSt) für 2011 an.
Für Industriekunden in Deutschland hat Eurostat den durchschnittlichen Strompreis mit 11,3 ct/kWh für 2011 ermittelt (ohne umwälzbare Steuern (MWST) und Abgaben,). Als Industriekunden werden Betriebe mit einem jährlichen Stromverbrauch zwischen 500.000 und 2.000.000 kWh/a erfasst.

Der Preis für die Stromerzeugung lag im Mittel für Haushaltsstrom 2011 bei 8,9 ct/kWh.
Das Netznutzungsentgelt für die Verteilung des Stroms macht zusätzlich ein Fünftel des aktuellen Strompreises für Haushalte aus (s. Grafik)

Abgaben und Umlagen
Die staatlich festgesetzten Abgaben und Umlagen auf Stromlieferungen umfassen derzeit in Deutschland vier Arten, die bei Haushaltskunden insgesamt 21,6 % des Strompreises ausmachen (in zeitlicher Reihenfolge ihrer Einführung):

  • Die Konzessionsabgabe ist als Entgelt für die Einräumung von Wegerechten in den Kommunen eingeführt worden. Diese Regelungen gehen auf das Energiewirtschaftsgesetz 1935 zurück, das zwischenzeitlich mehrfach novelliert, in diesem Regelungsbereich aber beibehalten wurde. Die Einnahmen sind für die Kommunen eine wesentliche Finanzquelle.
  • Die EEG-Umlage ist mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) im Jahr 2000 eingeführt worden. Diese Umlage gleicht den Unterschied zwischen dem Strompreis aus konventionellen und erneuerbaren Energiequellen aus. Ihre Höhe wird jährlich aus der Differenz zwischen Aufwendungen (Zahlungen an EEG-Einspeiser und zugehörige Aufwendungen) und Einnahmen (Verkauf des EEG-Stroms) ermittelt.[3]
  • Die KWK-Umlage ist mit dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) im Jahr 2002 eingeführt worden. Das Gesetz dient der Förderung der Stromerzeugung aus Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung.
  • Die Umlage nach §19 Abs. 2 StromNEV (Stromnetzentgeltverordnung) ist 2005 zum Ausgleich für die Netzentgeltbefreiung der stromintensiven Betriebe eingeführt worden.

Diese Umlagen auf den Strombezug lagen 2011 nach Angaben des BDEW für die Konzessionsabgabe bei 2,13 Mrd. €, für die EEG-Umlage bei 9,6 Mrd. € und für die KWK-Umlage bei 0,13 Mrd. € (Angaben ohne anteilige Mehrwertsteuer für Haushaltskunden).[1]

Energieintensive Unternehmen sind von der EEG-Umlage vollständig oder weitgehend befreit.[4] Diese Ausnahmeregelung wird von der Bundesnetzagentur als unverhältnismäßig beanstandet. Einige hundert Firmen verbrauchen demnach rund 18 % des Stroms, zahlen aber nur 0,3 % der EEG-Umlage. Die Kosten werden auf die Verbraucher umgewälzt.[5]

Steuern
Zu den Steuern auf Stromlieferungen zählen in Deutschland:

  • Die Stromsteuer (Ökosteuer) zur Förderung klimapolitischer Ziele sowie zur Absenkung und Stabilisierung des Rentenbeitragssatzes mit einem Volumen 2011 von rd. 6,2 Mrd. €.[1]
  • Die Umsatzsteuer, die auf die Stromlieferung und auf bestimmte Umlagen und Abgaben, auch auf die EEG-Umlage, erhoben wird. Aus dem Stromverkauf wurden 2011 Umsatzsteuereinnahmen von rd. 12,4 Mrd. € erzielt. Für Haushaltskunden entstehen durch diese beiden Steuerarten rd. 24 % des Strompreises.[1]

Darüber hinaus werden Steuern auf den Verbrauch bestimmter Primärenergieträger erhoben, etwa die Brennelementesteuer bei Kernkraftwerken, sofern neue Brennelemente 2011 – 2016 eingebaut werden.

Strompreis privater Haushalte in Europa

Strompreisentwicklungfür einen 3-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch
von 3500 kWh in Cent/kWh (Durchschnittswerte),

Jahr

Erzeugung
Transport
und Vertrieb

Strom-
steuer

EEG-
Umlage

§19-Umlage

Umsatz-
steuer

Strom-
preis
Brutto

Anteil Steuern, Abgaben u. Umlagen [%]

1998

12,91

0,00

0,08

0,00

2,33

17,11

24,5 %

1999

11,59

0,77

0,10

0,00

2,28

16,53

29,9 %

2000

8,62

1,28

0,20

0,00

1,92

13,94

38,1 %

2001

8,60

1,53

0,23

0,00

1,97

14,32

39,9 %

2002

9,71

1,79

0,35

0,00

2,22

16,11

39,7 %

2003

10,23

2,05

0,42

0,00

2,37

17,19

40,5 %

2004

10,82

2,05

0,51

0,00

2,48

17,96

39,7 %

2005

11,22

2,05

0,69

0,00

2,57

18,66

39,9 %

2006

11,75

2,05

0,88

0,00

2,68

19,46

39,6 %

2007

12,19

2,05

1,03

0,00

3,29

20,64

40,9 %

2008

13,01

2,05

1,16

0,00

3,46

21,65

39,9 %

2009

14,12

2,05

1,31

0,00

3,71

23,21

39,2 %

2010

13,89

2,05

2,05

0,00

3,78

23,69

41,3 %

2011

13,80

2,05

3,53

0,00

4,03

25,23

45,3 %

2012

14,05

2,05

3,59

0,15

4,11

25,74

45,4 %

2013

5,27

 beschlossen

 

2014


7,00

geplant

 

 

Strompreis Industrie in Europa

Die Erkenntnisse aus diesem Material machen Sie sensibel für weitere Entscheidungen. Die systemischen Relationen werden sich nicht ändern. Ändern aber können Sie die Wichtung dieses wesentlichen Bereiches. Ein erkanntes Problem besitzt auch immer eine Chance zur Relativierung.
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Ein Gedanke zu “Strompreisentwicklung

  1. Hauptursache für den starken Anstieg der staatlichen Steuern und Abgaben am Strompreis sei vor allem die zur Förderung der Erneuerbaren Energien erhobene EEG-Umlage. Verbraucher werden im Jahr 2011 3,530 Cent für jede Kilowattstunde (kWh) Strom zur Förderung des Ausbaus der Erneuerbaren zahlen. Im Jahr 2010 lag die EEG-Umlage noch bei 2,047 Cent/kWh. Durch die EEG-Umlage steigt nach BDEW-Schätzungen der bisherige Kostenbestandteil „EEG-Mehrkosten“ für einen Drei-Personen-Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh von monatlich knapp sechs Euro im Jahr 2010 auf 10,30 Euro im Jahr 2011; dabei kommt die Mehrwertsteuer noch hinzu. Der BDEW schätzt, dass die Gesamtbelastungen aus der EEG-Umlage für die Kunden von rund 8,2 Mrd. Euro im Jahr 2010 (2009: 5,3 Mrd. Euro) auf voraussichtlich 13,5 Milliarden Euro im Jahr 2011 steigen werden.

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