Keller

Keller Ja/Nein?              

Vor dem ersten Spatenstich für Ihr Eigenheim stehen für den Bauherren ein Komplex von Fragen und Entscheidungen. Neben Standort, Kostenlimit und Hausgröße ist eine der wichtigsten, irreversiblen Entscheidungen: Keller JA oder Nein?
Objektive Gründe gegen einen Keller können sein:
1. Grundstücksgröße und Baugrundverhältnisse (sh. Grundstückcheck)
2. Baukosten
3. Barrierefreiheit
In jedem Fall gilt der Grundsatz:

„Dauerhafter Nutzen wiegt immer schwerer als aktueller Aufwand!“

Vor der Entscheidung Aufwand und Nutzen eines Kellers prüfen

Den Aufwand beeinflussen nicht nur die Kubatur eines Kellers, sondern auch Grundstückseigenschaften (Größe, Neigung), Baugrund und Baufreiheit (Baugrube). Besonders für Bodenbeschaffenheit und Baugrund empfiehlt sich zur sicheren Klärung lokaler Besonderheiten bei Bedarf ein vorab erstelltes Baugrundgutachten.
Auch die Verlegungshöhe besonders der öffentlichen Abwasserleitung vor dem Grundstück ist zu überlegen, um zusätzliche Abwasser-Hebeeinrichtungen zu vermeiden.
Als Orientierungshilfe kann man bei einem Kellerraum mit einer Größe von 100 Quadratmetern in der Regel von 22.000,– € bis 44.000,– € ausgehen.
Der Nutzen liegt nicht nur im zusätzlichen Raumangebot, sondern vor allem in der Universalität seiner Nutzung.
Eine mögliche Einliegerwohnung bringt nicht nur Miete, auch „junge Hilfe“ ist im Alter nicht zu verachten. Gartenschuppen, Garagen und sonstige Aufbewahrungsbauten können entfallen. Das ist bei kleinen oder teuren Grundstücken wesentlich.
Ebenso steigt der Wiederverkaufswert des Hauses allein durch die intensivere Ausnutzung der Grund-stücksfläche.

Der Wert eines Kellers beim Eigenheim

Zwei wesentliche Nachteile stehen einer Vielzahl von bedeutenderen Vorteilen gegenüber.
Die Nachteile sind:
– vergrößerte Angriffsfläche für äußere Einflüsse des Baugrundes(Wasser),
– aufwendige Gewährleistung einer Barrierefreiheit (Rollstuhl).
Vorteile:
– bessere Ausnutzung der begrenzten Grundstücksfläche
– Kellermehrkosten beim Bau werden mehr als eliminiert gegenüber einer entsprechend größeren Gebäudegrundfläche zur Gewährleistung gleicher Nutzungsflächen.
– Universalität in der Nutzung steigert die Wohnqualität
– höherer Wiederverkaufswert des Hauses
– höherer Beleihungswert des Hauses (als Sicherheit) bei Banken zur Kreditaufnahme
Die Vielzahl von Einflußfaktoren kann der Bauherr nicht überblicken. Er baut ja in der Regel nur EINMAL. Das betrifft zusammenhängend und gleichzeitig die Grundstückseigenschaften, den wirtschaftlichen Aufwand und nicht zuletzt die persönlichen Vorstellungen des Bauherrn. Deshalb ist die Einbeziehung eines kompetenten und erfahrenen Bauberaters dringlichst anzuraten

Übrigens gelten diese Argumente entsprechend bei der Entscheidung über die Dachform! (Ausbau?- Ja/Nein)

Keller als Lagerkeller oder Wohnkeller nutzen?

In Abhängigkeit von der Einbautiefe des Kellergeschosses (max. 1 500 mm unter OKGelände) und besonders günstig bei Hanglage (talseitig) kann der Keller auch Wohnräume (Belichtung) aufnehmen. Das eröffnet die Möglichkeit einer vermietbaren Einliegerwohnung, wenn der Wohnflächenbedarf im Alter durch den Auszug der Kinder wieder abnimmt. Auch eine „junge Hilfe“ unter einem Dach ist im Alter kein zu unterschätzender Vorteil.
Lager-,Arbeits- und Wirtschaftsräume sind neben einer Tiefgarage beliebte Nutzungsmöglichkeiten. Aber auch Hobby- und Wellnessräume erfreuen sich wachsender Beliebtheit.

Keller und die Energieeinspar-Verordnung

Kostenrelevant sind auch Entscheidungen, ob der Keller nach Energieeinspar-Verordnung (EnEV) 2009 in den wärmegedämmten Bereich mit einbezogen wird (teuerste Variante) oder nicht. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile, die mit der persönlichen Situation des Bauherrn abzustimmen sind.
In jedem Fall sind die Temperaturdifferenzen zwischen Innen und Außen bei einem Keller geringer (teilweise Erdreich) als die entsprechend größeren Außenwände zur Außenluft.
Die Baugrubensohle eines Kellers eignet sich besonders gut für die kostengünstige Installation einer Wärmepumpe (Erdwärmetauscher oder Wasserzisterne). Dieser Energiegewinnungsvorteil kann bei den aktuellen und künftigen Energiepreisen nicht hoch genug eingeschätzt werden.
Ebenfalls erscheint es sinnvoll, trotz staatlicher Energiesparförderung den gesunden Menschenverstand nicht außer Acht zu lassen.

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