Berater, Ja oder Nein?

newsletter orgenda-verlag 12.01.2012

Lieber Uwe Wiemer,
was haben Christian Wulff, Karl Theodor zu Guttenberg und Theo Zwanziger gemeinsam? Sie gelten weiten Teilen der Öffentlichkeit als “beratungsresistent”.

Nehmen wir z. B. Christian Wulff. Er hatte in Olaf Glaeseker einen langjährigen Berater. Seine Frau hat Medienmanagement studiert und als Pressereferentin gearbeitet. Außerdem gibt es eine kompetent besetzte Pressestelle im Bundespräsidialamt.
Den ersten hat er gefeuert. Auf seine Frau hörte er nicht (falls sie überhaupt etwas zu sagen wagt). Letztere darf nur Worthülsen abgeben. Wulff steht in der Krise auf dem Standpunkt: “Ich bin als Präsident der Chef. Ich mache das. Ich entscheide das.”

An dem Fall erkennen Sie: Was formalrechtlich stimmt, ist im echten Leben nicht immer klug. In meinem heutigen Chefletter erfahren Sie, woran Sie einen guten Berater erkennen, auf dessen Rat es sich zu lohnen hört.
(Ein Satz aus Wulffs Interview: “Nicht alles, was rechtens ist, ist auch immer richtig!” = Anerkennung der moralischen Seite )

Sie haben schon mehr Berater, als Sie vielleicht ahnen

Berater prägen schon jetzt Ihren Alltag.  Die Steuererklärung lassen Sie von einem Steuerberater erledigen. Leiden Sie unter einer Erkrankung, dann suchen Sie einen Arzt auf. Wollen Sie den beruflichen Status eines Mitarbeiters verändern, nutzen Sie das Wissen der Personalabteilung oder eines Fachanwalts für Arbeitsrecht.
Sie nutzen also bereits vielfältige professionelle Unterstützung, wenn Sie nicht die Zeit dazu haben, sich nötiges Fachwissen anzueignen und zu entscheiden.
Genau so verhält es sich auch bei neuen Situationen in Ihrem beruflichen Alltag. Es stellt sich die Frage nach einem guten Berater. Bevor Sie selbst versuchen, die Situation zu retten, empfiehlt es sich, die Energie besser in die Suche nach einem guten Berater zu stecken.

So finden Sie einen Berater, dem Sie vertrauen können

In der Beraterbranche gibt es auch “Möchte-Gern-Berater“. Vorsicht ist also bei all jenen Beratern angebracht, die selbst beruflich erfolglos waren und nun anderen gegen Bezahlung wertvolle Tipps geben möchten. Prüfen Sie daher vor Auftragsvergabe, wie erfolgreich Ihr potenzieller Berater vorher war.
In der Beraterbranche tummeln sich zahlreiche ehemalige Führungskräfte, die sich nach dem Aufbrauchen ihrer Abfindung und mangels einer Perspektive dazu entscheiden, ihre Vergangenheit als Berater zu bewältigen. Diese Berater erkennen Sie daran, dass sie nicht mit ihrer Erfahrung als Berater werben sondern mit ihren früheren Erfolgen als Führungskraft. Bedenken Sie, dass Sie einen Berater brauchen und keine Führungskraft.

Einen guten Berater erkennen Sie an seiner Beratungserfahrung. Er verfügt über ein gutes Beziehungsnetzwerk. Fragen Sie nach diesem. Prüfen Sie außerdem die Ausbildung, seine Referenzen und seine berufliche Biografie. Dann lassen Sie Ihren Bauch entscheiden. Denn ohne Vertrauen, gibt es keine erfolgreiche Zusammenarbeit, die vor Fehlern wegen Beratungsresistenz schützt.

 

One thought on “Berater, Ja oder Nein?

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